BASIC thinking

KI statt Junior? Warum der Berufseinstieg immer schwieriger wird

Wer Routinearbeit an die KI abgibt, sollte eine Frage beantworten können: Wo lernen Ihre Fachkräfte von morgen eigentlich ihr Handwerk? André Gabriel trägt auf BASIC thinking die aktuelle Forschung zusammen. Das Bild ist noch nicht eindeutig, aber es zeichnet sich ab. Eine Harvard-Studie mit Lebenslaufdaten von 65 Millionen Beschäftigten zeigt: KI übernimmt genau jene Aufgaben, mit denen Einsteigende bisher angefangen haben. Und in einer Befragung von über 1000 HR-Verantwortlichen plant jede dritte Organisation, bis 2030 deshalb weniger Junior-Stellen zu besetzen. Kurzfristig rechnet sich das. Langfristig sägt man am eigenen Ast. Denn Erfahrung entsteht durch Erfahrung. Wer nie Berichte schreibt, Dossiers vorbereitet oder einfache Abklärungen macht, lernt auch nicht, die schwierigen Fälle einzuschätzen. Im Sozial- und Gesundheitswesen wiegt das doppelt. Der Fachkräftebedarf verschwindet nicht, nur weil die Administration schneller wird. Hilfreicher ist der Rat des Ökonomen Erik Brynjolfsson: Denken Sie in Aufgaben, nicht in Stellen. Was die KI abnimmt, schafft Raum – für begleitetes Lernen, für Mentoring, für mehr Zeit mit Klientinnen und Patienten. Einstiegsstellen werden nicht überflüssig. Sie müssen neu gebaut werden.

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